Arbeitsmedizin in Polen >> Hauptinformationen

 


"Arbeitsmedizin in Polen"

Dr. Bożenna Telec
Regionalle Konsultantin für Arbeitsmedizin in Woiwodschaft Lubuskie
Direktorin von Woiwodschaftszentrum für Arbeitsmedizin in Zielona Góra

Tomasz Gajewski
Assistent in der Beratungsstelle für Berufskrankheiten in Zielona Góra

   Der Staatsformwechsel in Polen, der in 1989 eingetretet hatte, began eine Reihe der in kommenden Jahren folgenden Wirtschafts- und Sozialwandlungen. Als weitere Konsequenz wurden dadurch auch Änderungen in dem Gesundheitswesen erpresst. In 1999 entstanden, nach dem Gesetz aus dem 6. Februar 1997 über der allgemeiner Gesundheitsversicherung, regionale Krankenkassen. Gleichzeitig folgten Änderungen in der Arbeitsmedizin (AM). Dieser Medizinbereich, bisher "Industriemedizin" genannt, auszeichnete sich immer mit seiner besonderen Aufgaben- und Wirkungsmethodenspezifik. Seine Besonderheit wurde zusätzlich mit dem Gesetz aus dem 27. Juni 1997 über Arbeitsmedizindienst hervorgehoben - durch moderne (den EU-Forderungen angepasste) Bezeichnung seines Wirkungsbereiches. Seit diesem Zeitpunkt beschäftigt sich AM fast nur mit der prophylaktischen Tätigkeit (die Behandlung wurde im Prinzip zu der Rehabilitation der mit Arbeit verbundenen Patologien eingeschränkt).

    Zu den Hauptaufgaben von AM gehören:

  • alle Tätigkeiten, die als Ziel die Reduzierung des gesundheitschädlichen Arbeitseinflüsses (Erkennung und Beurteilung des Berufsrisikos; Analyse der Ursachen von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen; Beratung in Sachen Ergonomie, Arbeitspsychologie, Arbeitsphysiologie oder Arbeitsorganisation) haben,
  • Untersuchungen und amtsärztliche Zeugnisseausstellung, die sich aus Arbeitskodex (prophylaktische Untersuchungen) und aus anderen Vorschriften ergeben (Beurteilung der Arbeitsfähigkeit auf dem entsprechenden Arbeitsplatz - hauptsächlich durch Ausschluß der gesundlichen Kontrindikazionen; frühes Erkennen aller mit der Arbeit verbundenen Patologien),
  • amtsärztliche Zeugnisseausstellung im Berieich von Berufskrankheiten,
  • Gesundheitspromotion in dem Arbeitsplatz,
  • Rehabilitation der mit Arbeit verbundenen Patologien.

   Organisation von AM in Polen kann man mit einem 3-Sprossenmodell beschreiben:

  1. Grundeinheiten der Arbeitsmedizin (GEAM) - die zahlreichsten, Beratungstellen und Privatpraktiken,
  2. Woiwodschaftzentren für Arbeitsmedizin (WZAM) - haben regionaler Bereich, spielen Kontroll- und Schulungsrolle, sind für amtsärztliche Zeugnisseausstellung zweites Grades, als auch für Diagnosierung von Berufskrankheiten verantwortlich,
  3. Instituten für Arbeitsmedizin (IAM) - heutzutage 3 in Polen, haben Status von wissenschaftlichen Forschungsinstituten.

   Tätigkeit von AM wird von verschiedenen Quellen finansiert. Die Kosten von pflichtigen prophylaktischen Untersuchungen werden durch die Arbeitgeber übernommen (Basis für Unterhalt von GEAM). Von dem Woiwodschaftsbudget wird folgendes finansiert: Tätigkeit von WZAM, Diagnosierung von Berufskrankheiten, Rehabilitation der mit Arbeit verbundenen Patologien, Untersuchungen von Schülern, Studenten und Doktoranten, die während der Lehre auf Wirkung von schädlichen oder lästigen Faktoren exponiert werden, Gesundheitspromotion in dem Arbeitsplatz, prophylaktische Betreuung der Personen, die seine Arbeit während Freiheitsentzuges ausüben. IAM werden dagegen von dem Centralbudget finansiert. Also die Finansierung von AM sei auf jedem Niveau von den Krankenkassen unabhängig.

   Vollbringen von Aufgaben der Arbeitsmedizin durch Ärzte und Krankenschwestern in Polen verbindet sich mit dem Besitz von besonderen Qualifikationen. Es gilt Spezialisierung in dem Bereich von Arbeitsmedizin und hinsichtlich Krankenschwestern - zumindest Abschluß entsprechender Schulung. Einige, ausgewählte Aufgaben können jedoch auch von anderen Personen durchgefürt werden (Ärzte anderer Spezialisationen - als Berater, Psychologen, Hausärzte - nur in bezug auf Personen, die in der Arbeit mit keinen schädlichen oder lästigen Faktoren zu tun haben ...). Ärztliche Spezialisierung in Arbeitsmedizin dauert in Polen 5 Jahre. In EU-Länder findet man seine Entsprechungen. Doch die Organisation von AM in verschiedener Länder, als auch der von den Ärzten und Krankenschwestern verlangte Kompetenzbereich, zeigen weitgehende Unterschiede. Das kann bestimmte Schwierigkeiten in dem freien Spezialistendurchfluß zwischen europeischen Länder verursachen (können die Kompetenzen von polnischen Spezialisten seine Ausnutzung z.B. in dem deutschen Arbeitschutzdienst finden, und umgekehrt?). Zu Thema gegenseitiger Kompetenzanerkennung kann man sich auf die Direktive 2001/19/EC stützen (sog. SLIM Directive, aus dem 14 Mai 2001). Darauf bezieht sich wenigstens die neuste Ergänzung polnisches Gesetzes über dem ärztlichen Beruf (18 April 2002) - damit wurden alle Forderungen präzise erklärt, die der ausländische Arzt erfüllen muß, um Recht zu Berufsausüben in Polen zu bekommen.

   Gegenwärtige AM in Polen scheint gut zu dem Funktionieren in EU-Bereich vorbereitet zu sein. Das sei mit neuen Vorschriften garantiert, die den Verlauf der Spezialisierung von Ärzten und Krankenschwestern regulieren, als auch mit anderen, immer neusten Verordnungen, die genau die Prinzipien der medizinischen Betreuung im Arbeitsplatz beschreiben. Ähnlicher Tätigkeitsbereich der polnischen AM und des deutschen Arbeitschutzdienst läßt dagegen hoffen, daß in der nähsten Zukunft unsere Kontakte werden immer enger und der Erfahrungsaustausch wird sich weiter entwickeln.
 


Der oben gegebene Text ist die Abkürzung eines Vortrags, der  auf dem 1. Konferenz der Deutsch-Polnischen Gesundheitsakademie in Forst 6-7.03.2003 gehalten wurde.

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